Der Schwimmsport

Von Brust bis Schmetterling: Auf dieser Seite bekommst du alle Basics rund ums Schwimmen auf den Punkt. Wir zeigen dir die wichtigsten Schwimmregeln (was erlaubt ist – und was nicht), erklären die Schwimmstile verständlich und geben dir einen klaren Überblick über den Wettkampfablauf. Von Startsprung über Bahnen, Wenden und Anschlag bis zu typischen Disqualifikationen – damit du weißt, worauf es im Becken wirklich ankommt.

Überblick Schwimmsport

Schwimmen ist eine technisch anspruchsvolle Ausdauersportart, bei der Schnelligkeit, Kraft, Wasserlage und Rhythmus zusammenspielen. Im Vereins- und Wettkampfschwimmen werden Leistungen in klar definierten SchwimmartenStreckenlängen und Wettkampfformaten erbracht – vom kurzen Sprint bis zu langen Ausdauerstrecken, von Einzelstarts bis zur Staffel.

Im Training stehen typischerweise im Mittelpunkt

 Technik (Wasserlage, Zug- und Beinschlag, Atmung, Rhythmus)
• Starts & Wenden
 Ausdauer und Tempohärte
 Regelkunde (damit im Wettkampf alles sauber und sicher läuft)

Becken, Bahnen, Strecken

beckenlänge

Wettkämpfe werden hauptsächlich in zwei Beckenarten ausgetragen:
 50-m-Becken (Langbahn)
Standard bei vielen Meisterschaften und größeren Wettkämpfen.
 25-m-Becken (Kurzbahn)
Häufig in Hallenbädern und in der Winter-/Kurzbahnsaison.

bahnen und aufteilung

 Ein Becken ist in Bahnen (Lanes) unterteilt, meist 6, 8 oder 10 Bahnen.
 Jede Bahn hat eine Bahnleine zur Wellenreduktion und Orientierung.
 Bei Wettkämpfen werden die Bahnen nach Meldezeiten verteilt (je nach Veranstaltungssystem), häufig liegen die schnellsten Läufe in den mittleren Bahnen.

Streckenlängen im Wettkampf

Je nach Veranstaltung und Altersklasse sind u. a. folgende Strecken üblich:

Freistil
 50 m, 100 m, 200 m, 400 m
 800 m (häufig Frauen) und 1500 m (häufig Männer) – je nach Ausschreibung auch für alle

Rücken / Brust / Schmetterling
 50 m, 100 m, 200 m lagen
 100 m (oft nur Kurzbahn/je nach Ausschreibung)
 200 m, 400 m

Staffeln
 4×50 m und 4×100 m Freistil
 4×50 m und 4×100 m Lagen
(je nach Wettkampf zusätzlich 4×200 m Freistil)

Wettkampfablauf: Start, Wenden, Zielanschlag

start

 Auf Kommando („Auf die Plätze“ / Startsignal) muss ruhig gestartet werden.
 Fehlstart kann zur Disqualifikation führen (Details je Wettkampfleitung/Ausschreibung).

wenden

 Bei Strecken mit mehreren Bahnenlängen sind Wenden vorgeschrieben.
 Je nach Schwimmart gelten unterschiedliche Regeln (siehe unten).

Zielanschlag

Der Zielanschlag ist das Berühren der Wand am Ende der Strecke (und bei Wenden auch an der Wand). Gewertet wird nur, was regelkonform ist – sonst droht Disqualifikation. Wichtigste Regeln (nach Schwimmlage):

Freistil (meist Kraul)
Wandberührung: mit beliebigem Körperteil erlaubt (Hand, Arm, Kopf etc.).
Anschlag: ein- oder beidhändig egal.
Unterwasser: erlaubt, aber du musst wieder auftauchen (in Wettkämpfen gibt es dafür übliche Begrenzungen je Bahn).
Rücken
Du musst in Rückenlage anschlagen.
Wandberührung: mit beliebigem Körperteil erlaubt.
Wichtig: Nicht kurz vor dem Anschlag „auf den Bauch drehen“ und so anschlagen (Drehung ist nur im Rahmen der Wende begrenzt erlaubt, der Anschlag selbst bleibt in Rückenlage).
Brust
Anschlag zwingend mit beiden Händen gleichzeitig, auf gleicher Höhe.
Hände dürfen unter Wasser sein.
Kopf muss beim letzten Zug nicht dauerhaft über Wasser sein, aber der Ablauf muss brusttypisch bleiben (keine Kraul-/Delfinbewegung als Ersatz).
Schmetterling (Delfin)
Anschlag zwingend mit beiden Händen gleichzeitig, auf gleicher Höhe.
Hände dürfen unter Wasser sein.
Körperlage: Brustseite zur Wand, also nicht in Rückenlage anschlagen.

Wettkampfregeln je Disziplin (praxisnah erklärt)

Hinweis: Offizielle Regeln können je Verband/Veranstaltung in Details variieren; für die Vereinswebseite ist die folgende Darstellung bewusst verständlich, aber trotzdem regelorientiert.

freistil

Erlaubt / typisch

 Beliebige Schwimmart; praktisch Kraul.
 Wenden: beliebig, Anschlag an der Wand ist erforderlich.

Wichtig

 Nach Start und nach jeder Wende ist ein Unterwasserabschnitt erlaubt; spätestens bis 15 m muss der Kopf die Wasseroberfläche durchbrechen (gängige Wettkampfregel).

Häufige Disqualifikationen

 Überschreiten der 15-m-Marke unter Wasser
 Strecke nicht vollständig / Wand nicht berührt

Rückenschwimmen

Start
 Start erfolgt im Wasser: Hände am Startgriff oder Beckenrand, Füße an der Wand.

Schwimmlage
 Grundsätzlich Rückenlage; eine Drehung zur Brust ist während der Wende erlaubt.

Wenden
 Man darf zur Einleitung der Wende auf die Brust drehen und einen Armzug machen, muss dann aber die Wende ohne weitere Züge ausführen und die Wand berühren.

15-m-Regel
 Nach Start und nach jeder Wende gilt ebenfalls: spätestens bis 15m muss der Kopf die Oberfläche durchbrechen.

Häufige Disqualifikationen
 Zu lange unter Wasser (>15 m)
 Nicht in Rückenlage beim Schwimmen
 Unregelmäßigkeiten bei der Wende (z. B. zusätzliche Züge nach Drehung)

brustschwimmen

Arme
 Armzüge müssen gleichzeitig und auf gleicher Höhe erfolgen.
 Die Hände dürfen unter Wasser nach innen/außen führen; der Rückholweg erfolgt unter oder an der Wasseroberfläche.

Beine
 Beinschlag muss gleichzeitig sein.
 Scheren-, Wechsel- oder Delfinbeinschlag ist nicht erlaubt (ein einzelner Delfinkick ist in manchen Regelwerken in bestimmten Phasen toleriert/definiert – in der Praxis: im Wettkampf äußerst vorsichtig).

Körperlage
 Der Körper bleibt in einer stabilen Brust-/Bauchlage. Rollen wie beim Kraul ist nicht zulässig.

Kopf und Atmung
 In jedem Zyklus muss ein Teil des Kopfes die Oberfläche durchbrechen (vereinfacht: regelmäßige Sicht-/Atmungsphase)

Start und Wende
 Nach Start und nach jeder Wende sind ein Armzug und ein Beinschlag in definierter Abfolge erlaubt; dabei gibt es Spielraum für eine kurze Gleitphase.
 Die Wand muss bei Wende und Ziel mit beiden Händen gleichzeitig berührt werden.

Häufige Disqualifikationen
 Einarmiger oder versetzter Armzug
 Scheren-/Wechselbeinschlag
 Einhändiger Anschlag oder Hände nicht gleichzeitig
 Unregelmäßige Abfolge nach Start/Wende

schmetterling (delfin)

Arme
 Armbewegung muss gleichzeitig erfolgen, über Wasser nach vorn geführt.

Beine
 Delfinbeinschlag: beide Beine gleichzeitig.
 Mehrere Delfinkicks sind erlaubt.

Start und Wende
 Unterwasserphase möglich; danach rhythmisches Delfinschwimmen.
 Wandberührung bei Wende und Ziel: beide Hände gleichzeitig.

15-m-Regel
 Nach Start und nach jeder Wende: spätestens bis 15 m Kopf an die Oberfläche.

Häufige Disqualifikationen
 Nicht-simultane Armführung
 Einhändiger/versetzter Anschlag
 Zu lange unter Wasser (>15 m)

lagen

Reihenfolge ist fest vorgeschrieben
 Schmetterling
 Rücken
 Brust
 Freistil (nicht Rücken/Brust/Schmett)

Wichtig bei Übergängen
 Der Wechsel von einer Lage zur nächsten muss regelkonform über die Wand erfolgen (z. B. Schmett → Rücken mit beidarmigem Anschlag; Rücken → Brust mit Rückenanschlag, danach Drehung/Wende).

Häufige Disqualifikationen
 Falsche Reihenfolge
 Freistil-Teil nicht „frei“ (z. B. Rücken geschwommen)
 Fehler bei Übergangswenden

Staffeln: Regeln & typische Fehler

Freistilstaffel

z.B. 4 x 50 m, 4 x 100 m

 Jede*r schwimmt die vorgegebene Strecke in Freistil.
 Wechsel: Die/der nächste Schwimmer*in darf erst starten, wenn die/der vorherige die Wand berührt hat (Wechselzeit wird elektronisch gemessen).

Lagenstaffel

z.B. 4 x 50 m, 4 x 100 m
Reihenfolge ist fest:
 Rücken
 Brust
 Schmetterling
 Freistil

Häufige Disqualifikationen
 Frühstart/Wechselfehler (Abstoß bevor angeschlagen wurde)
 Falsche Reihenfolge oder falsche Lage geschwommen
 Unregelmäßige Anschläge (z. B. nicht beidarmig bei Brust/Schmett)

Für Fragen zum Schwimmsport kannst du unser Kontaktformular verwenden oder uns zu den Trainingszeiten im Schwimmbad besuchen.

Weiterführende Informationen findest du auch beim Deutschen Schwimm-Verband e.V..